Die abenteuerliche Geschichte des Tees: Für Unilever in Hamburg textete BusinessText Detlef Krause eine ganze Broschüren-Serie, die jeweils einen Produktbereich des Unternehmens vorstellt.
Die Info-Broschüre: “Alles Wissenswerte über Schwarztee” berichtet unter anderen, wie der Tee per Zufall entdeckt wurde und wie eine Tee-Party die Welt veränderte. Darüber hinaus gibt es natürlich viel Interessantes über die einzelnen Teesorten zu erfahren. Textprobe:
Die abenteuerliche Geschichte des Tees
Bei einer guten Tasse Tee sind schon viele Freundschaften entstanden. Rund 500 Millionen Tassen Tee werden jeden Tag getrunken. Und überall auf der Welt entdecken immer mehr Genießer die wohltuende Wirkung des Tees – mal beruhigend, mal anregend. Und nur die wenigsten wissen, dass sie diesen köstlichen Genuss einem glücklichen Zufall verdanken.
Die Legende beginnt in China
Um 2700 v. Chr. – so die Legende – ruhte der chinesische Kaiser Shenung-Shih unter einem wilden Teestrauch, als ein Teeblatt in seine Trinkschale mit heißem Wasser fiel. Das aromatische Getränk schmeckte so gut, dass dieser Teestrauch China zur Wiege des Tees machte. Bevor man jedoch auch in Europa in den Genuss des grünen, chinesischen Tees kam, sollten noch Jahrtausende vergehen.
Tee wird zur kostbaren Handelsware
Die Holländer entdeckten als erste, dass nicht nur Gewürze einen lukrativen Handel versprachen, sondern auch der bis dato noch nicht weit verbreitete Tee. 1606 importierten sie über die “Ostindische Compagnie” die ersten chinesischen Tees nach Europa.
Bald darauf folgten die Engländer, die mit der “East India Company”, einer von Londoner Kaufleuten gegründeten Handelsgesellschaft, 1669 den regelmäßigen Teehandel aufnahmen. Wurde Tee anfänglich nur als medizinisches Heilmittel in Apotheken gehandelt, fand man schon bald in ganz Europa Geschmack am feinem Aroma. Die “Tea Time” entwickelte sich zunächst zu einem exotischen Luxus, den sich nur die allerbeste Gesellschaft leisten konnte.
Eine Party verändert die Welt
Auch in Amerika, damals noch englische Kolonie, gehörte Teetrinken bald zum guten Ton. “Tea Parties” kamen bei den vornehmen Familien Bostons und Philadelphias groß in Mode. 1760 stand Tee bereits auf dem dritten Platz aller nach Neu-England importierten Güter. England, das in eine Finanznot geraten war, versuchte daraus Profit zu schlagen. Es belegte den Teeimport mit exorbitant hohen Zusatzsteuern. Die Folge war, dass am 16. Dezember 1773 Mitglieder einer Bostoner Bürgerschaft als Mohikaner verkleidet drei im Hafen liegenden Teeclipper der “East India Company” enterten und 342 Kisten Tee über Bord warfen. Dieser Zwischenfall, ironisch als “Boston Tea Party” bezeichnet, führte zu zahlreichen ähnlichen Parties und endete schließlich in der Schlacht von Bunker Hill und der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.
Ein Mann verändert die Teewelt: Sir Thomas Lipton
In England eroberte der Tee rasch breite Teile der Bevölkerung. Nicht zuletzt dank Sir Thomas Lipton, der die erste Teemarke der Welt einführte. 1850 als Sohn eines irischen Lebensmittelhändlers in Glasgow geboren, entwickelte er rasch ein Talent für alles Geschäftliche. Bereits mit 15 Jahren ging er in die Vereinigten Staaten, um die neuen amerikanischen Verkaufs – und Werbemethoden kennen zu lernen. Natürlich wollte er bei seiner Rückkehr die neu erworbenen Kenntnisse gleich in die Tat umsetzen. Da seine Ideen beim Vater jedoch auf wenig Interesse stießen, eröffnete Thomas Lipton kurzerhand mit 500 ersparten Dollars in Glasgow sein eigenes Geschäft. Fünf Jahre später besaß er in ganz England bereits 20 Läden, deren Zahl rasch auf über 300 anwuchs.
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